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Info Achtung Stromfresser!
Fast 80% aller Heizungspumpen verbrauchen zu viel Strom. Mehr


Experten zeigen Sparpotenziale auf

Optimierung mit kleinem Geld: 80 Prozent der Heizungen verbrauchen viel zu viel Energie

Von Norbert Krupp

BAD KREUZNACH. Hausbesitzer und Unternehmer sind gut beraten, wenn sie den Energiebedarf ihrer Immobilien im Blick behalten und nach Optimierungsmöglichkeiten suchen. Wertvolle Hinweise liefert dabei das „Heizungs-EKG“, das nach mehrjähriger Entwicklungszeit bundesweit durch die „ratioservice AG“ in Altenbamberg vertrieben wird und jüngst im Parkhotel Kurhaus angewendet wurde.

Am Anfang der Analyse steht eine 24-stündige Datenerhebung, das eigentliche „Heizungs-EKG“. Techniker erfassen zuerst alle Daten des untersuchten Gebäudes wie Alter, Sanierungsstand, Nutzfläche, Gesamtenergieverbrauch, Energieträger und die technischen Details der Heizungsanlage wie Kesselleistung, Zahl der Heizkreise, Art der Warmwassererzeugung oder Anzahl der Heizkörper. Dann installieren sie im Heizraum und an den Versorgungssträngen Sensoren, die rund um die Uhr festhalten, wie die Heizung arbeitet, wieviel Wärme produziert wird, wie lange die Pumpen aktiv sind und welche Vorund Rücklauftemperaturen das System aufweist. All diese Daten werden in einen tragbaren Computer eingespielt und dienen schließlich als Grundlage der Diagnose, genau wie beim Internisten, der die Herzkurven begutachtet und nach Problemen sucht.

Ingenieure der „ratioservice AG“ erarbeiten aus dieser Datenflut ein auch für Laien verständliches Gutachten, in dem das Heizsystem bewertet und Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz empfohlen werden, die durch geringeren Brennstoffverbrauch zu erheblichen Kostensenkungen und zugleich umweltfreundlichen CO2- Einsparungen führen.

Dabei wird unterschieden zwischen „nichtinvestiven Maßnahmen“, deren Aufwand unter einem Euro pro Quadratmeter beheizter Fläche liegen, und geringinvestiven Maßnahmen (1 bis 6 Euro pro Quadratmeter) sowie investiven Maßnahmen (über 6 Euro pro Quadratmeter).

Thomas Sante leitet seit fünf Jahren das PK Parkhotel Kurhaus in Bad Kreuznach und ließ dort ein Heizungs-EKG durchführen. Der traditionsreiche, aber schlecht isolierte Gebäudekomplex aus dem Jahre 1913 verfügt über 10.000 Quadratmetern Nutzfläche und rund 300 Heizkörper in 120 Gästezimmern und etlichen Restaurant- und Konferenzräumen. Der Erdgasverbrauch der weit verzweigten Heizungsanlage liegt über 2.000.000 Kilowattstunden pro Jahr. Die beiden Heizkessel, die 2003 nach einem Hochwasser unter dem Dach installiert wurden, sind gut in Schuss und leisten insgesamt 1622 Kilowatt. Das Heizungs-EGK fürs Kurhaus ergab, dass der Energieverbrauch schon durch einfache Maßnahmen um 7 bis 12 Prozent gesenkt werden könnte. Dr. Stephan Ruhl, Vorstand der „ratioservice AG“, die für die Datenanalyse verantwortlich ist, zeigte auf, das es bis zu besonders geringen Außentemperaturen völlig reichen würde, nur einen der beiden Heizkessel im Wechsel zu betreiben. „Ein Kessel, der mit 60 Prozent Last gefahren wird, ist sparsamer als zwei Kessel, die zu je 30 Prozent arbeiten“, erklärte er. Dies lasse sich mit einigen Technikerstunden und eventuell durch Einbau weniger Teile realisieren.

Zudem sollte versucht werden, die Vorlauftemperatur und den Pumpendruck zu senken, um zu geringeren Rücklauftemperaturen zu gelangen. Denn nur dann könne das Abgas kondensieren, damit die Brennwertkessel die darin enthaltene Wärmeenergie nutzen könnten, was die Energieausbeute um zehn Prozent steigern würde. Auch diese Maßnahme lässt sich für kleines Geld umsetzen. Außerdem sollte die Heizkurve angepasst und über eine Nachtabschaltung nachgedacht werden, soweit sich diese mit den Ansprüchen der Hotelgäste vereinbaren lässt.

Durch zusätzliche, geringinvestive Maßnahmen könnte der Energieverbrauch um weitere sechs Prozent gesenkt werden, und weitere sechs Prozent Einsparpotenzial wären durch investive Maßnahmen zu erzielen.

Hoteldirektor Thomas Sante zeigte sich von der Analyse und den daraus resultierenden Vorschlägen begeistert. „Wenn ich diese nichtinvestiven Maßnahmen umsetze, kann ich schon in der nächsten Heizperiode so viel Energie sparen, dass nach Bezahlen des Heizungsbauers und der rund 2500 Euro Honorar fürs Heizungs-EGK noch ein paar tausend Euro übrig blieben. Das gefällt mir.“ Die weiteren Vorschläge der Experten - beispielsweise durch Montage spezieller Thermosstatventile an allen Heizkörpern einen hydraulischen Ausgleich des gesamten Heizsystems zu gewährleisten – will er genauer prüfen und dann in die mittelfristige Investitionsplanung einbauen.

Sante hegt keinen Zweifel daran, dass die Energiekosten auch in Zukunft weiter steigen werden. „Jeder Gastronom ist gut beraten, wenn er diesen Kostenblock stetig optimiert, wenn er sein Produkt dauerhaft konkurrenzfähig halten möchten“, sagt der Hotelchef.

Nach Erfahrungen der ratio- Unternehmensgruppe arbeiten rund 80 Prozent der in Deutschland installierten Heizungsanlagen nicht im energetischen Optimum und verschwenden deshalb bis zu 30 Prozent der verbrauchten Energie.

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